Datenschutzerklärung
Datenschutzhinweise für Mandanten und sonstige am Mandat beteiligte Personen
Stand: September 2026
Verantwortlicher
Verantwortlicher für die Verarbeitung personenbezogener Daten ist:
Rechtsanwälte Semsi | Graf | Buchmüller-Reiss PartG mbB
Enge Straße 2
78224 Singen
E-Mail: email@kanzlei-sgbr.de datenschutz@kanzlei-sgbr.de
Kontakt für Datenschutzanfragen
Bei Fragen zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten oder zur Ausübung Ihrer Datenschutzrechte können Sie sich unter den vorstehend genannten Kontaktdaten, insbesondere unter datenschutz@kanzlei-sgbr.de, an uns wenden.
Bei dieser Kontaktstelle handelt es sich nicht um einen Datenschutzbeauftragten.
Anwendungsbereich dieser Datenschutzhinweise
Diese Datenschutzhinweise informieren über die Verarbeitung personenbezogener Daten im Zusammenhang mit der Anbahnung, Begründung, Durchführung und Beendigung eines Mandatsverhältnisses. Sie gelten insbesondere für Mandanten, Interessenten, gesetzliche und rechtsgeschäftliche Vertreter, Beschäftigte und sonstige Ansprechpartner von Mandanten sowie – soweit eine Information gesetzlich erforderlich ist – für Gegner, deren Vertreter, Zeugen, Sachverständige und andere am Mandat beteiligte Personen.
Für die Erhebung personenbezogener Daten bei der betroffenen Person gelten die Informationspflichten nach Art. 13 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO); für Daten, die aus anderen Quellen stammen, gilt Art. 14 DSGVO.
Kategorien der verarbeiteten personenbezogenen Daten
Abhängig von Inhalt und Umfang des Mandats verarbeiten wir insbesondere folgende Kategorien personenbezogener Daten:
- Stamm- und Identifikationsdaten, insbesondere Name, Geburtsdatum, Anschrift, Staatsangehörigkeit, Familienstand sowie Angaben aus Identitätsdokumenten;
- Kontakt- und Kommunikationsdaten, insbesondere Telefonnummern, E-Mail-Adressen, postalische Anschriften und Kommunikationsinhalte;
- Mandats- und Sachverhaltsdaten, insbesondere Verträge, Korrespondenz, Bescheide, gerichtliche und behördliche Schreiben, Gutachten, Beweismittel, Zeugenaussagen und sonstige mandatsbezogene Dokumente;
- Beratungs- und Tätigkeitsdaten, insbesondere Inhalte von Anfragen, Gesprächsnotizen, Aktenvermerke, rechtliche Prüfungen, Schriftsätze, Stellungnahmen, Rechtsgutachten und Tätigkeitsnachweise;
- Finanz- und Abrechnungsdaten, insbesondere Bankverbindungen, Zahlungen, Gebühren, Gegenstandswerte, Kostenfestsetzungen, Rechtsschutzversicherungsdaten und steuerlich relevante Angaben;
- Berufs-, Beschäftigungs- und Unternehmensdaten, insbesondere Angaben zu Arbeitgebern, beruflichen Tätigkeiten, Gesellschaftsverhältnissen, Organstellungen und wirtschaftlich Berechtigten;
- technische und organisatorische Daten, insbesondere Dokumentenmetadaten sowie Protokoll- und Kommunikationsdaten, soweit diese bei der elektronischen Mandatsbearbeitung anfallen;
- besondere Kategorien personenbezogener Daten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 DSGVO, insbesondere Gesundheitsdaten, genetische oder biometrische Daten, Angaben zur ethnischen Herkunft, zu religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen, zur Gewerkschaftszugehörigkeit sowie zum Sexualleben oder zur sexuellen Orientierung;
- Daten über strafrechtliche Verurteilungen, Straftaten, Ermittlungsverfahren und damit zusammenhängende Sicherungsmaßregeln im Sinne von Art. 10 DSGVO;
- sonstige personenbezogene Daten, die uns im Zusammenhang mit der Mandatsanbahnung oder Mandatsbearbeitung mitgeteilt oder zugänglich gemacht werden.
Welche Daten im Einzelfall verarbeitet werden, richtet sich nach Gegenstand und Umfang des jeweiligen Mandats sowie nach den gesetzlichen und berufsrechtlichen Anforderungen.
Herkunft der personenbezogenen Daten
Wir erhalten personenbezogene Daten insbesondere unmittelbar von Ihnen oder von Personen, die in Ihrem Namen handeln. Darüber hinaus können wir Daten – soweit dies für die Mandatsbearbeitung erforderlich und rechtlich zulässig ist – insbesondere aus folgenden Quellen erhalten:
- von anderen Mandanten oder mit dem Sachverhalt befassten Personen;
- von Gegnern und deren Vertretern;
- von Gerichten, Behörden und sonstigen öffentlichen Stellen;
- von Versicherungen, Sozialversicherungsträgern und Versorgungseinrichtungen;
- von Ärzten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sonstigen Leistungserbringern, soweit eine Offenlegung rechtlich zulässig ist;
- von Sachverständigen, Zeugen und sonstigen Verfahrensbeteiligten;
- aus Verträgen, Akten, Registern, Datenbanken und öffentlich zugänglichen Quellen.
Soweit personenbezogene Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben werden, erfolgt die Information nach Maßgabe von Art. 14 DSGVO. Eine gesonderte Information kann insbesondere entfallen, soweit die betroffene Person bereits über die Informationen verfügt oder die Daten aufgrund einer gesetzlichen oder berufsrechtlichen Geheimhaltungspflicht vertraulich behandelt werden müssen.
Zwecke und Rechtsgrundlagen der Verarbeitung
Mandatsanbahnung und Mandatsdurchführung
Wir verarbeiten personenbezogene Daten, um Mandatsanfragen zu prüfen, Interessenkollisionen festzustellen, den Anwaltsvertrag anzubahnen und durchzuführen, den Sachverhalt zu erfassen, rechtlich zu prüfen und Sie außergerichtlich, gerichtlich oder gegenüber Behörden zu beraten und zu vertreten.
Soweit Sie selbst Vertragspartei sind, beruht die Verarbeitung auf Art. 6 Abs. 1 Buchst. b DSGVO. Diese Vorschrift erfasst die für die Vertragserfüllung und die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgenden vorvertraglichen Maßnahmen erforderliche Verarbeitung.
Handelt es sich bei dem Mandanten um eine juristische Person, Personengesellschaft oder sonstige Organisation, verarbeiten wir die Daten ihrer Beschäftigten, Organmitglieder, Vertreter und Ansprechpartner auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO. Unsere berechtigten Interessen und die Interessen des Mandanten bestehen in der ordnungsgemäßen Anbahnung, Durchführung und Abwicklung des Mandats sowie in einer effizienten Kommunikation.
Verarbeitung von Daten anderer Verfahrensbeteiligter
Daten von Gegnern, deren Vertretern, Zeugen, Sachverständigen und sonstigen am Sachverhalt beteiligten Personen verarbeiten wir, soweit dies zur Sachverhaltsaufklärung, Rechtsberatung, Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung erforderlich ist.
Rechtsgrundlage ist regelmäßig Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO. Das berechtigte Interesse besteht in der sachgerechten Beratung und Vertretung unserer Mandanten sowie in der Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen. Die Rechtsprechung erkennt die mandatsbezogene Verarbeitung gegnerischer Daten grundsätzlich als berechtigtes Interesse an, soweit die erforderliche Interessenabwägung zugunsten der Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung ausfällt, VG Wiesbaden, Urteil vom 19. Januar 2022 – 6 K 361/21.WI.
Erfüllung gesetzlicher und berufsrechtlicher Pflichten
Wir verarbeiten personenbezogene Daten, soweit dies zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten erforderlich ist. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 Buchst. c DSGVO in Verbindung mit den jeweils einschlägigen gesetzlichen Vorschriften.
Hierzu gehören insbesondere:
- die Führung und Aufbewahrung von Handakten;
- die Erfüllung steuer- und abgabenrechtlicher Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten;
- die Prüfung und Vermeidung von Interessenkollisionen;
- die Erfüllung geldwäscherechtlicher Sorgfalts-, Identifizierungs-, Aufzeichnungs- und Meldepflichten;
- die Erfüllung gerichtlicher oder behördlicher Anordnungen;
- die Erfüllung sonstiger berufsrechtlicher Dokumentations- und Organisationspflichten.
Abrechnung und Durchsetzung eigener Ansprüche
Wir verarbeiten Daten zur Erstellung und Prüfung von Rechnungen, zur Abwicklung von Zahlungen, zur Korrespondenz mit Rechtsschutzversicherungen und sonstigen Kostenträgern sowie zur Geltendmachung oder Abwehr von Gebühren-, Haftungs- und sonstigen Ansprüchen.
Rechtsgrundlage ist, soweit die betroffene Person Vertragspartei ist, Art. 6 Abs. 1 Buchst. b DSGVO. Im Übrigen beruht die Verarbeitung auf Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO. Unsere berechtigten Interessen bestehen in der ordnungsgemäßen Abrechnung unserer Leistungen sowie in der Geltendmachung, Ausübung und Verteidigung von Rechtsansprüchen.
Kontaktanfragen
Wenn Sie uns telefonisch, postalisch, per E-Mail oder auf anderem Weg kontaktieren, verarbeiten wir die von Ihnen mitgeteilten Daten zur Bearbeitung und Beantwortung Ihrer Anfrage.
Dient die Kontaktaufnahme der Anbahnung oder Durchführung eines Mandats, ist Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 Buchst. b DSGVO. In anderen Fällen beruht die Verarbeitung auf Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO; unser berechtigtes Interesse besteht in der sachgerechten Bearbeitung und Beantwortung der Anfrage.
Mandanteninformationen und Grußsendungen
Wir können Kontaktdaten verwenden, um Mandanten über rechtliche Entwicklungen, Veranstaltungen oder Leistungen unserer Kanzlei zu informieren, sofern dies datenschutz- und wettbewerbsrechtlich zulässig ist.
Die Verarbeitung beruht grundsätzlich auf Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO. Unser berechtigtes Interesse besteht in der Pflege bestehender Mandantenbeziehungen und in der Information über rechtliche Entwicklungen und anwaltliche Leistungen.
Werbung oder werbliche Informationen per elektronischer Post versenden wir nur, wenn eine wirksame Einwilligung vorliegt oder die gesetzlichen Voraussetzungen für elektronische Bestandsmandantenwerbung erfüllt sind. Die datenschutzrechtliche Interessenabwägung ersetzt nicht die zusätzlichen Anforderungen an elektronische Werbung.
Sie können der Verarbeitung Ihrer Daten zu Zwecken der Direktwerbung jederzeit widersprechen. Nach einem solchen Widerspruch werden Ihre Daten nicht mehr zu diesen Zwecken verarbeitet.
Besondere Kategorien personenbezogener Daten
Soweit dies für die Bearbeitung des Mandats erforderlich ist, verarbeiten wir auch besondere Kategorien personenbezogener Daten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 DSGVO. Hierzu zählen insbesondere Gesundheitsdaten, die in medizinrechtlichen, sozialrechtlichen, versicherungsrechtlichen, haftungsrechtlichen oder arbeitsrechtlichen Mandaten regelmäßig Gegenstand der Beratung und Vertretung sein können.
Rechtsgrundlage ist neben einer Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO insbesondere Art. 9 Abs. 2 Buchst. f DSGVO, soweit die Verarbeitung zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen erforderlich ist. Für die Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten müssen sowohl eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO als auch ein Ausnahmetatbestand nach Art. 9 Abs. 2 DSGVO vorliegen, EuGH, Urteil vom 21. Dezember 2023 – C-667/21.
Soweit eine Verarbeitung ausnahmsweise auf einer ausdrücklichen Einwilligung beruht, gelten Art. 6 Abs. 1 Buchst. a und Art. 9 Abs. 2 Buchst. a DSGVO. Eine Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt unberührt.
Daten über Straftaten und strafrechtliche Verurteilungen
Soweit der Gegenstand des Mandats dies erfordert, können wir personenbezogene Daten über Straftaten, strafrechtliche Verurteilungen, Ermittlungs- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren und damit zusammenhängende Maßnahmen verarbeiten.
Die Verarbeitung erfolgt nur, soweit sie nach Art. 10 DSGVO in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 DSGVO und den einschlägigen unionsrechtlichen oder nationalen Vorschriften zulässig und für die anwaltliche Beratung, Vertretung, Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung erforderlich ist. Ein umfassendes Register strafrechtlicher Verurteilungen führen wir nicht. Art. 10 DSGVO verlangt für diese Daten einen besonderen gesetzlichen Erlaubnistatbestand und geeignete Garantien für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen.
Geldwäscherechtliche Datenverarbeitung
Soweit wir bei einem Mandat Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 10 Geldwäschegesetz (GwG) sind, verarbeiten wir personenbezogene Daten zur Erfüllung der gesetzlichen Sorgfalts-, Identifizierungs-, Aufzeichnungs-, Aufbewahrungs- und gegebenenfalls Meldepflichten.
Der geldwäscherechtliche Anwendungsbereich kann insbesondere eröffnet sein, wenn wir für Mandanten an der Planung oder Durchführung folgender Geschäfte mitwirken:
- Kauf oder Verkauf von Immobilien oder Gewerbebetrieben;
- Verwaltung von Geld, Wertpapieren oder sonstigen Vermögenswerten;
- Eröffnung oder Verwaltung von Bank-, Spar- oder Wertpapierkonten;
- Beschaffung von Mitteln zur Gründung, zum Betrieb oder zur Verwaltung von Gesellschaften;
- Gründung, Betrieb oder Verwaltung von Treuhandgesellschaften, Gesellschaften oder ähnlichen Strukturen;
- Durchführung von Finanz- oder Immobilientransaktionen im Namen und auf Rechnung des Mandanten;
- Beratung im Zusammenhang mit der Kapitalstruktur oder industriellen Strategie;
- Beratung oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit Zusammenschlüssen oder Übernahmen;
- geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen.
In diesen Fällen verarbeiten wir insbesondere Angaben zur Identität des Mandanten, der für ihn auftretenden Personen und der wirtschaftlich Berechtigten, zur Eigentums- und Kontrollstruktur, zu Zweck und Art der Geschäftsbeziehung, zu Transaktionen und zum jeweiligen Geldwäscherisiko.
Soweit zur Identitätsprüfung gesetzlich vorgesehene Dokumente vorgelegt werden, sind wir nach § 8 Abs. 2 GwG berechtigt und verpflichtet, Kopien anzufertigen oder die Dokumente optisch digitalisiert zu erfassen.
Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 Buchst. c DSGVO in Verbindung mit den einschlägigen Vorschriften des Geldwäschegesetzes.
Empfänger und Kategorien von Empfängern
Innerhalb unserer Kanzlei erhalten nur diejenigen Berufsträger und Beschäftigten Zugriff auf personenbezogene Daten, die diese zur Mandatsbearbeitung oder zur Erfüllung gesetzlicher und organisatorischer Aufgaben benötigen.
Abhängig vom jeweiligen Mandat und soweit dies erforderlich und rechtlich zulässig ist, können personenbezogene Daten insbesondere an folgende Empfänger übermittelt werden:
- Gerichte, Staatsanwaltschaften, Behörden und sonstige öffentliche Stellen;
- Gegner, weitere Verfahrensbeteiligte und deren Vertreter;
- Sachverständige, Gutachter, Zeugen, Übersetzer und Dolmetscher;
- Korrespondenzanwälte, Terminsvertreter und sonstige mitwirkende Berufsträger;
- Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Versicherungen, Sozialversicherungsträger und Versorgungseinrichtungen;
- Rechtsschutzversicherungen und sonstige Kostenträger;
- Banken und Zahlungsdienstleister;
- Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und sonstige zur Verschwiegenheit verpflichtete Berater;
- externe IT-, Hosting-, Cloud-, Telekommunikations-, Druck-, Versand-, Archivierungs- und Aktenvernichtungsdienstleister;
- sonstige Empfänger, wenn die Übermittlung gesetzlich vorgeschrieben, zur Mandatsbearbeitung erforderlich oder von einer wirksamen Einwilligung umfasst ist.
Soweit Dienstleister personenbezogene Daten in unserem Auftrag verarbeiten, werden sie nach Maßgabe von Art. 28 DSGVO vertraglich gebunden. Auftragsverarbeiter müssen insbesondere hinreichende Garantien für geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bieten und die Daten ausschließlich auf dokumentierte Weisung verarbeiten. Beim Einsatz externer Dienstleister beachten wir daneben die anwaltlichen Verschwiegenheitspflichten.
Übermittlungen in Drittländer
Eine Übermittlung personenbezogener Daten in Staaten außerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums kann im Einzelfall erfolgen, wenn dies zur Bearbeitung eines Mandats mit Auslandsbezug erforderlich ist oder wenn von uns eingesetzte Dienstleister Daten in einem Drittland verarbeiten.
Eine solche Übermittlung erfolgt nur, wenn die Voraussetzungen der Art. 44 ff. DSGVO erfüllt sind. Dies kann insbesondere auf Grundlage eines Angemessenheitsbeschlusses der Europäischen Kommission, geeigneter Garantien – etwa Standarddatenschutzklauseln – oder einer gesetzlichen Ausnahme für bestimmte Einzelfälle erfolgen.
Bei Dienstleistungen, die im Ausland erbracht werden und bei denen ein Zugang zu mandatsbezogenen Geheimnissen möglich ist, beachten wir zusätzlich die Anforderungen des § 43e Abs. 4 BRAO. Danach muss grundsätzlich ein mit dem inländischen Schutzniveau vergleichbarer Schutz der Geheimnisse gewährleistet sein.
Nähere Informationen über konkrete Drittlandübermittlungen und die jeweils verwendeten Garantien können unter den oben genannten Kontaktdaten angefordert werden.
Dauer der Speicherung
Wir speichern personenbezogene Daten nur so lange, wie dies für die jeweiligen Verarbeitungszwecke erforderlich ist oder gesetzliche Aufbewahrungspflichten beziehungsweise berechtigte Gründe für eine weitere Speicherung bestehen.
Für anwaltliche Handakten gilt grundsätzlich die Aufbewahrungsfrist nach § 50 Abs. 1 BRAO. Danach sind Handakten sechs Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Auftrag beendet wurde.
Darüber hinaus können sich insbesondere folgende Speicherfristen ergeben:
- Buchungsbelege sind nach § 147 Abs. 3 Abgabenordnung und, soweit anwendbar, nach § 257 Abs. 4 Handelsgesetzbuch grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren;
- Bücher, Jahresabschlüsse und bestimmte Organisationsunterlagen sind grundsätzlich zehn Jahre aufzubewahren;
- empfangene und abgesandte Handels- oder Geschäftsbriefe sowie sonstige steuerlich relevante Unterlagen sind grundsätzlich sechs Jahre aufzubewahren;
- geldwäscherechtliche Aufzeichnungen und Belege sind grundsätzlich fünf Jahre aufzubewahren und spätestens nach Ablauf von zehn Jahren zu vernichten, soweit keine andere gesetzliche Vorschrift eine längere Frist vorsieht.
Eine längere Speicherung kann erfolgen, soweit Daten zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen benötigt werden. Maßgeblich sind dabei insbesondere die gesetzlichen Verjährungs- und Ausschlussfristen. Das Recht auf Löschung besteht nicht, soweit die weitere Verarbeitung zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen erforderlich ist.
Nach Wegfall des Verarbeitungszwecks und Ablauf einschlägiger Aufbewahrungsfristen werden die Daten gelöscht oder datenschutzgerecht vernichtet, sofern keine anderweitige Rechtsgrundlage für eine weitere Speicherung besteht.
Pflicht zur Bereitstellung personenbezogener Daten
Im Rahmen der Mandatsanbahnung und Mandatsdurchführung müssen Sie diejenigen personenbezogenen Daten bereitstellen, die für die Begründung und Durchführung des Mandats sowie zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten erforderlich sind.
Ohne die erforderlichen Angaben können wir gegebenenfalls eine Interessenkollisionsprüfung nicht durchführen, das Mandat nicht annehmen oder nicht ordnungsgemäß bearbeiten. Soweit geldwäscherechtliche Identifizierungs- oder Mitwirkungspflichten bestehen, ist die Bereitstellung der dafür erforderlichen Daten gesetzlich vorgeschrieben. Die Information über Bereitstellungspflichten und mögliche Folgen einer Nichtbereitstellung gehört zu den gesetzlichen Angaben nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. e DSGVO.
Automatisierte Entscheidungsfindung
Wir setzen im Zusammenhang mit der Mandatsanbahnung und Mandatsbearbeitung keine ausschließlich automatisierte Entscheidungsfindung einschließlich Profiling ein, die Ihnen gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder Sie in vergleichbarer Weise erheblich beeinträchtigt.
Art. 22 DSGVO schützt betroffene Personen grundsätzlich davor, ausschließlich einer entsprechend wirkenden automatisierten Entscheidung unterworfen zu werden.
Ihre Datenschutzrechte
Soweit die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, haben Sie insbesondere folgende Rechte:
- Auskunft: Sie können nach Art. 15 DSGVO Auskunft über die von uns verarbeiteten personenbezogenen Daten und weitere Informationen zur Verarbeitung verlangen.
- Berichtigung: Sie können nach Art. 16 DSGVO die Berichtigung unrichtiger und die Vervollständigung unvollständiger Daten verlangen.
- Löschung: Sie können nach Art. 17 DSGVO die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten verlangen, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten, überwiegenden berechtigten Gründe oder die Erforderlichkeit zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen entgegenstehen.
- Einschränkung: Sie können unter den Voraussetzungen des Art. 18 DSGVO die Einschränkung der Verarbeitung verlangen.
- Datenübertragbarkeit: Sie können unter den Voraussetzungen des Art. 20 DSGVO die von Ihnen bereitgestellten Daten in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format erhalten oder deren Übermittlung an einen anderen Verantwortlichen verlangen.
- Widerruf einer Einwilligung: Eine erteilte Einwilligung können Sie nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Der Widerruf berührt nicht die Rechtmäßigkeit der bis dahin erfolgten Verarbeitung.
- Widerspruch: Sie können unter den Voraussetzungen des Art. 21 DSGVO gegen eine auf Art. 6 Abs. 1 Buchst. e oder f DSGVO beruhende Verarbeitung Widerspruch einlegen.
- Beschwerde: Sie können sich nach Art. 77 DSGVO bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren, insbesondere bei der Behörde Ihres gewöhnlichen Aufenthaltsorts, Ihres Arbeitsplatzes oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes.
Die Rechte können durch gesetzliche Vorschriften, die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht, Rechte anderer Personen sowie die Erforderlichkeit zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen eingeschränkt sein.
Besonderer Hinweis zum Widerspruchsrecht
Soweit wir personenbezogene Daten auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO verarbeiten, haben Sie das Recht, aus Gründen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung einzulegen.
Nach einem Widerspruch verarbeiten wir die betreffenden Daten nicht mehr, es sei denn, wir können zwingende schutzwürdige Gründe nachweisen, die Ihre Interessen, Rechte und Freiheiten überwiegen, oder die Verarbeitung dient der Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen.
Einer Verarbeitung zu Zwecken der Direktwerbung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen widersprechen. Nach dem Widerspruch werden Ihre personenbezogenen Daten nicht mehr für Direktwerbung verwendet.
Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde
Die für unsere Kanzlei zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde ist:
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg
Heilbronner Straße 35
70191 Stuttgart
Postanschrift:
Postfach 10 29 32
70025 Stuttgart
Internet: https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de
Die Behörde hält insbesondere Kontaktmöglichkeiten für Beschwerden und Meldungen von Datenschutzverletzungen bereit.
Datensicherheit und Vertraulichkeit
Wir treffen unter Berücksichtigung des Stands der Technik, der Art und des Umfangs der Verarbeitung sowie der damit verbundenen Risiken angemessene technische und organisatorische Maßnahmen, um personenbezogene Daten insbesondere gegen unbefugten Zugriff, Verlust, Veränderung oder unzulässige Offenlegung zu schützen.
Bei Gesundheitsdaten und anderen besonders schutzbedürftigen Informationen berücksichtigen wir deren erhöhten Schutzbedarf. Unabhängig vom Datenschutzrecht unterliegen Rechtsanwälte, Kanzleibeschäftigte und zur Berufsvorbereitung tätige Personen den gesetzlichen und berufsrechtlichen Verschwiegenheitspflichten.
Änderung dieser Datenschutzhinweise
Wir können diese Datenschutzhinweise anpassen, wenn sich gesetzliche Vorgaben, behördliche Anforderungen, unsere Leistungen oder die von uns eingesetzten Verfahren zur Verarbeitung personenbezogener Daten ändern.
Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung. Bei wesentlichen Änderungen, die ein bestehendes Mandatsverhältnis betreffen, informieren wir die betroffenen Personen in angemessener Weise.
